Bekannte Persönlichkeiten

Menschen, die mit Hermaringen verbunden sind.

Vier Persönlichkeiten, deren Lebenswege eng mit Hermaringen verbunden sind – ein Widerstandskämpfer, ein Pfarrer und Heimatforscher, ein Dichter und ein Motorrad-Weltmeister.

Georg Elser (1903–1945)

„Ich habe den Krieg verhindern wollen."

Johann Georg Elser wurde am 4. Januar 1903 in Hermaringen geboren, als ältestes von sechs Kindern des Landwirts und Holzhändlers Ludwig Elser und seiner Frau Maria. 1904 zog die Familie nach Königsbronn. Elser erlernte das Schreinerhandwerk.

Im Herbst 1938 fasste er den Entschluss, Adolf Hitler zu töten, um den drohenden Krieg zu verhindern. Er wusste, dass Hitler jedes Jahr am 8. November im Münchner Bürgerbräukeller vor alten Parteigenossen sprach – und dass der Saal kaum bewacht wurde. Über Wochen baute er dort in nächtelanger Arbeit einen Sprengsatz in eine tragende Säule ein. Am 8. November 1939 explodierte die Bombe, doch Hitler hatte den Saal nur wenige Minuten zuvor verlassen. Elser wurde noch am selben Abend an der Schweizer Grenze gefasst. In den Verhören erklärte er, er habe mit seiner Tat den Weg zu einem Frieden in Europa ebnen wollen.

Georg Elser wurde am 9. April 1945 – nur wenige Wochen vor Kriegsende – im Konzentrationslager Dachau ermordet. Heute wird er als einer der bedeutendsten Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime gewürdigt. Zu seinem 100. Geburtstag im Januar 2003 erschien ihm zu Ehren eine Sonderbriefmarke.

Rudolf Magenau (1767–1846)

„Auf einem mir unbekannten Boden zu wohnen war mir nicht möglich."

Magister Rudolf Friedrich Heinrich Magenau, geboren am 7. Dezember 1767 in Markgröningen, kam 1794 als evangelischer Pfarrer ins Brenztal und wirkte ab 1819 bis zu seinem Tod am 23. April 1846 in Hermaringen. Getreu seinem Grundsatz, die Heimat seiner Gemeinde genau zu kennen, erforschte er die Geschichte seiner Wirkungsorte – allen voran die der Güssenburg.

Zu seinen Werken zählen „Güssenberg und die Güssen" (1823), die „Poetischen Volks-Sagen und Legenden" Schwabens (1825), die „Historisch-topographische Beschreibung der Stadt Giengen" (1830), die „Kleine Chronik von Niederstotzingen" sowie die „Beschreibung des Pfarrdorfes Hermaringen" (1837).

Für seine Verdienste wurde Magenau korrespondierendes Mitglied des Königlich Württembergischen Vereins für Vaterlandskunde und erhielt das Ritterkreuz des Ordens der Württembergischen Krone, das mit dem persönlichen Adel verbunden war. Die Rudolf-Magenau-Schule und eine Straße in Hermaringen tragen heute seinen Namen.

Gerdt von Bassewitz (1878–1923)

Der Autor von „Peterchens Mondfahrt"

Gerdt von Bassewitz entstammte dem mecklenburgischen Adelsgeschlecht von Bassewitz. Sein Vater Eberhard, ein Dragoneroffizier, hatte das Gut Allewind bei Hermaringen gepachtet – dort wurde Gerdt am 4. Januar 1878 geboren und wuchs mit vier Schwestern auf. Später zog die Familie auf das Gut Liebenow in der Neumark.

Als freier Schriftsteller schuf er sein bekanntestes Werk: das Märchenspiel „Peterchens Mondfahrt", das am 7. Dezember 1912 am Stadttheater Leipzig uraufgeführt wurde und bis heute Generationen von Kindern begeistert. Gerdt von Bassewitz nahm sich am 6. Februar 1923 in Berlin das Leben.

Dieter Braun (geb. 1943)

Zweifacher Motorrad-Weltmeister, fünffacher Deutscher Meister, 14 Grand-Prix-Siege

Dieter Braun wurde am 2. Februar 1943 in Ulm geboren und wuchs in Hermaringen auf. Nach einer kaufmännischen Lehre arbeitete er im elterlichen Autohandel – und war schon mit 14 auf seiner NSU Quickly in Hermaringen unterwegs, wie er selbst sagte: „meist zu schnell".

Über den Motocross-Sport fand er 1965 zum Straßenrennsport. Es folgten deutsche Meistertitel in der 350er-Klasse (1967) und der 125er-Klasse (1968 und 1969). 1970 wurde er auf Suzuki Weltmeister in der 125-ccm-Klasse. Legendär ist sein Sieg beim Großen Preis der DDR auf dem Sachsenring am 11. Juli 1971: Zehntausende Zuschauer sangen zu Ehren des Westdeutschen die Nationalhymne – der DDR-Führung war das so unangenehm, dass sie den Grand Prix danach für westliche Fahrer einschränkte.

1973 folgte auf Yamaha der zweite WM-Titel in der 250-ccm-Klasse. Insgesamt gewann Dieter Braun 14 Grand-Prix-Rennen und die Isle of Man TT. Ein schwerer Rennunfall am Salzburgring beendete 1977 seine Karriere mit 34 Jahren. Danach arbeitete er in der Versicherungsbranche, schrieb Motorsport-Kolumnen und baute sich in Hermaringen ein Zuhause auf; heute lebt er in Horrenberg in Baden.